Der Vogelwinter 2019/20 in Süd-Niedersachsen – feucht und stürmisch

Abb. 1: Seidenschwanz. Foto: M. Siebner

In einem Eintrag für das Jahr 1808 erzählt Johann Peter Hebel im „Rheinischen Hausfreund“: „Im Jahr 1289, wo man von uns noch nichts wusste, war es so warm, dass die Jungfrauen um Weihnacht und am Dreikönigtag Kränze von Veilchen, Kornblumen und andern trugen“. Heute schmücken sich Mädchen der gehobenen Stände mit putzigen Strickmützen und gehen für Eis und Schnee auf die Straße. Vergebens, denn auch dieser Winter war wärmer als fast alle seiner Vorgänger, zumindest seit dem Beginn regelmäßiger Temperaturmessungen. Frosttage waren absolute Mangelware, Göttinger Kiessee und Seeburger See im Januar jeweils nur tageweise angefroren. Schnee in nennenswerter Menge fiel in den Hochlagen nur Ende Februar (ca. zehn cm auf dem Kerstlingeröder Feld), blieb aber nicht lange liegen. Dafür regnete es von Dezember bis Februar ausgiebig. Das Niederschlagsdefizit der letzten zwei Jahre dürfte sich signifikant verringert haben. Wie in milden Wintern üblich, prägten Starkwinde und Stürme das Wettergeschehen. Am 9. und 10. Februar brauste das Orkantief „Sabine“ mit Böen von bis zu 10 Bft übers Land, ab dem 16. des Monats tagelang das riesige Sturmtief „Victoria“, in den Wochen danach die Schwestern „Wiltrud“, „Xanthippe“ und „Yulia“, alle teils mit Orkanböen. Die Folgen waren weit weniger dramatisch als bei „Friederike“ vor zwei Jahren. „Victoria“ fiel mit Höchsttemperaturen von bis zu 16°C sogar recht angenehm aus. Nach starken Regenfällen in der letzten Februardekade (in Göttingen 18 l/m² am 23.) wurde der Leinepolder bei Salzderhelden vorsorglich geflutet.

Wie stand es nun, im Vergleich zum Vorjahr, um (Sing-)Vogelarten, deren Vorkommen im Winter traditionell spärlich bzw. in stark schwankenden Zahlen ausfallen oder die angeblich immer mehr zu Standvögeln werden?

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