Heimzug und Brutzeit 2019 – Vögel auf der Wetter-Achterbahn

Abb. 1: Nachtreiher am Göttinger Kiessee Foto: M. Siebner

Der März 2019 war geprägt von einer rasanten Abfolge stürmischer Tiefdruckgebiete. Mit „Eberhard“, „Franz“, „Gebhard“ und „Heinz“ trugen sie altbackene Vornamen, nach denen Enkeltrickser und falsche Polizisten die Telefonlisten für ihre Schockanrufe filtern. „Igor“ setzte am 15. einen neuen Akzent. Sollte eine Familie dieses Sturmtief beim Berliner Institut für Meteorologie gesponsert und nach dem russischen Opa benannt haben, war dies nicht ganz so folgenreich wie beim legendären Orkan „Kyrill“ im Januar 2007. „Eberhard“ hinterließ in den Wäldern die tiefsten Spuren, war aber in seinem Wirken nicht annähernd vergleichbar mit dem Orkan „Friederike“ im Januar des Vorjahrs. Der Monat endete mit einer warmen Südwestströmung. Ab Anfang April wurde es bis in die zweite Dekade deutlich kälter, mit Tageshöchsttemperaturen im niedrigen einstelligen Bereich und tageweise leichtem Schneefall. Dies führte zu einem bemerkenswerten Zugstau von Insektenfressern (vor allem Schwalben), der sich nur zögernd auflöste. Über Ostern herrschte sommerliches Wetter mit Temperaturen über 25°C. Weil der Monat zudem niederschlagsarm war, wurden in der Tagespresse recht bald plakative Mutmaßungen über einen zweiten Dürresommer in die Welt posaunt. Die erste Maihälfte war mit 5°C unter dem langjährigen Durchschnitt so kalt wie nie, mit verbreiteten Nachtfrösten und Schneeflocken bis in die Niederungen. Nur an einem Tag wurde die 15°C-Marke erreicht.

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